Sie haben die Seiten überarbeitet, auf denen Ihr Unternehmen seine Angebote beschreibt, oder Ihre Website unter eine neue Internetadresse verlegt. Eine Woche später sehen Sie bei Google nach, und es hat sich nichts getan. Der naheliegende Schluss lautet, dass die Änderung nicht wirkt. Er ist oft voreilig, denn zu diesem Zeitpunkt hat Google die Änderung womöglich noch gar nicht verarbeitet.
Wie lange das dauern kann, hat ein Google-Mitarbeiter nun beziffert. Gary Illyes aus dem Suchteam von Google hat bei einer Veranstaltung des Konzerns in einem Vortrag Zahlen aus einer internen Auswertung gezeigt, wie die Fachseite Search Engine Roundtable am 5. Oktober berichtete. Illyes betonte, es sei ein Versuch gewesen herauszufinden, ob das Publikum mit den intern erhobenen Zahlen etwas anfangen könne. Verbindliche Fristen sind es also nicht, aber eine brauchbare Orientierung.
Wie lange dauert es, bis Google eine Änderung zeigt?
Bevor eine Seite in den Suchergebnissen erscheint, muss Google sie finden, in seinen Bestand aufnehmen und dann im Suchergebnis anzeigen. Jeder dieser Schritte kann sich verzögern, und die Verzögerungen addieren sich, wie Illyes anmerkte. Vier Werte aus seinem Vortrag betreffen den Alltag jeder Firmenwebsite, jeweils als typischer und als ungünstiger Fall:
- Neue Seite: Google entdeckt sie typischerweise nach rund 20 Stunden, im ungünstigen Fall nach Wochen oder nie.
- Geänderter Text auf einer bekannten Seite: Google ruft eine Seite, die es schon kennt, typischerweise nach rund 30 Tagen erneut ab, im ungünstigen Fall erst nach vielen Wochen oder nie.
- Geänderter Seitentitel, also die Zeile, mit der Ihre Seite im Suchergebnis überschrieben ist: typischerweise nach ein bis zwei Tagen sichtbar, im ungünstigen Fall nach mehreren Wochen bis Monaten.
- Neue Internetadresse für die ganze Website: typischerweise ein bis drei Monate, im ungünstigen Fall ein halbes Jahr bis über ein Jahr. Eine kleine Website kann nach den Angaben aus dem Vortrag auch in wenigen Wochen umgezogen sein.
Bemerkenswert ist das Wort „nie“, das in der Spalte für den ungünstigen Fall mehrfach steht. Wo Google einen Grund dafür nennt, etwa bei der Aufnahme einer Seite in die Suche, lautet er: Qualität. Was Google darunter versteht, haben wir im Oktober am Beispiel des Aufwands hinter einem Text beschrieben.
Was folgt daraus für die Planung?
Dass man nach einer Änderung schnell wissen will, ob sie etwas bringt, ist verständlich. Wer aber nach einer Woche die Texte erneut umschreibt, misst nicht die Wirkung der Änderung, sondern die eigene Ungeduld. Er überlagert zudem die erste Änderung mit der zweiten, und am Ende weiß niemand mehr, was gewirkt hat.
Wir halten deshalb drei Dinge für vernünftig.
- Erstens Änderungen bündeln, statt Woche für Woche nachzusteuern.
- Zweitens vorher festlegen, wann und woran gemessen wird, etwa an Besuchern aus der Google-Suche und an Anfragen: bei Texten und Titeln frühestens nach vier bis sechs Wochen, bei einer neuen Internetadresse nach Monaten.
- Drittens einen solchen Umzug nicht in die Wochen vor der wichtigsten Verkaufszeit legen.
Taucht eine Seite auch nach Monaten nicht auf, hilft weiteres Warten allerdings nicht. Dann ist zu prüfen, ob Google die Seite überhaupt erreichen kann und ob sie gut genug ist, um in die Suche aufgenommen zu werden.
Wenn Sie einen Umbau oder Umzug Ihrer Website planen, besprechen wir den Zeitplan gern vorher mit Ihnen im Rahmen unserer Suchmaschinenoptimierung.